Spurensuche
Völlig neue Erkenntnisse zur Historie von Schloss Homburg brachten die archäologischen Untersuchungen des Kernbereiches. Sie zeigten, dass die Burganlage bereits im 11. Jahrhundert errichtet worden ist. Dies belegen Reste eines runden Wohnturms aus Stein (eines so genannten Donjon), die auf das Jahr 1070 datiert werden können. Eigentlich sind derartige Türme eher untypisch für die Gegend, sind sie doch eher aus dem Norden und Osten Deutschlands bekannt.
Die Relikte wurden bereits 1999 bei Grabungen auf dem Schlosshof gefunden. Sie fallen damit in die erste Phase der Erweiterungsplanungen, die Ende der 1990er Jahre starteten und später konkretisiert wurden. Es folgten Grabungen am Roten Haus im Jahr 2004 sowie Untersuchungen im Bereich des ehemaligen Wittgensteiner Hauses 2006 und des ehemaligen Barockgartens 2009. Auch sie führten zu überraschenden Ergebnissen:
So wurde klar, dass die gesamte Fläche im Bereich des „Wittgensteiner Hauses“ nicht – wie bisher gedacht – mit starken Gewölben unterkellert war. Bereits in einer Tiefe zwischen 30 und 80 Zentimetern stießen die Archäologen auf anstehenden Felsen. Zudem bewiesen die Grabungen, dass es sich bei dem bislang als Herdstelle interpretierten Mauergeviert an der Nordwand des Hauses um eine Esse, die vermutlich aus dem 18. Jahrhundert stammt, handelt. Nicht weit davon stieß man auf fünf in den Felsen eingehauene Pfostengruben, deren exakte Funktion noch nicht ermittelt werden konnte. Beim „Barockgarten“ wiederum gingen Historiker bislang davon aus, er stamme aus der Barockzeit. Die Grabungen ergaben jedoch, dass das Plateau schon sehr viel früher angelegt worden sein muss.
Der von Miriam Jacobs und Gerhard Schick (www.filmundkontext.de) erarbeitete Film „Unter Grund“ dokumentiert die Ausgrabungen. Dabei erläutert er auch die Baugeschichte sowie die Bedeutung einzelner Funde. Zu sehen ist er in der Schaustelle auf Schloss Homburg.




