Das barocke Treppenhaus; ©  Rainer Gaertner, DGPh Das Forsthaus auf dem oberen Schlossareal; © Margot Gottschling Besucher bei der Eröffnung einer Sonderausstellung in der Neuen Orangerie; © Marco Mega Opening einer Sonderausstellung im White Cube; © Andreas Hoppenrath Das Foyer mit Museumsshop und Kasse; © Margot Gottschling

Aktuell

Zusätzlich zur Dauerausstellung greifen Sonderausstellungen in der Neuen Orangerie oder im White Cube spezielle Themen aus Vergangenheit und Gegenwart, Kunst und Gesellschaft, Natur und Kultur auf. Hier finden Sie Informationen zu den aktuellen Sonderausstellungen des Museum und Forum Schloss Homburg.

„Flucht und Vertreibung" –
Gemälde und Grafik aus dem Werk Friedrich von Bömches 
im White Cube Museum und Forum Schloss Homburg
21. Dezember 2016 bis 7. Mai 2017

Die Sonderausstellung ist eine Hommage an den aus Siebenbürgen stammenden Künstler Friedrich von Bömches (1916-2010), der bis zu seinem Tod im oberbergischen Wiehl lebte und arbeitete und in diesem Jahr 2016 seinen 100. Geburtstag begangen hätte.

Der in Kronstadt (Brasov/Rumänien) geborene Friedrich Ritter Bömches von Boor stammte aus einer alteingesessenen siebenbürgisch-deutschen Familie. Bereits als Kind entwickelt er im Umgang mit der Natur der Karpatenwelt seine vitale Kraft des Sehens und der zeichnerischen Umsetzung. Er erhielt seine künstlerisch-akademische Ausbildung bei Hans Eder, Mattis Teutsch und Fritz Kimm in Kronstadt. Unzählige Arbeiten entstanden bis 1938, ein Großteil von ihnen musste jedoch aufgrund der Wirren des Krieges und der darauffolgenden Jahre in Rumänien zurückgelassen werden. Im Alter von 22 Jahren begann für Friedrich von Bömches der Militärdienst. Als Soldat der rumänischen Armee marschierte er bis vor Stalingrad und wurde 1945 für fünf Jahre Zwangsarbeit in die Ukraine (Donezbecken) verschleppt. Diese Schicksalsjahre prägten den Menschen und Künstler, sie hinterließen tiefe seelische Kerben.

Nach seiner Rückkehr wurde von Bömches zu einem der bekanntesten Künstler Rumäniens und erhielt zahlreiche nationale Auszeichnungen. 1978 gelang die Übersiedlung in die Bundesrepublik, durch Unterstützung der Familie Kotz fand er mit seiner Familie eine neue Heimat im oberbergischen Wiehl. Es folgten viele regionale und überregionale Ausstellungen sowie weitere Ehrungen: 1987 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und 1989 der Siebenbürgisch-Sächsische Kulturpreis. 1993 übergab der Künstler dem Förderverein Schloss Homburg eine großzügige Schenkung von rund 2.000 Gemälden und graphischen Zeichnungen, die sich heute im Besitz des Oberbergischen Kreises befindet. Friedrich von Bömches ist ein anerkannter Künstler, namhafte Museen und öffentliche Einrichtungen zeigen seine Werke und sein Name ist in allen bekannten Künstlerverzeichnissen zu finden.

Das Werk von Friedrich von Bömches spannt einen Bogen über die Grenzen Deutschlands hinaus nach Rumänien. Die historischen Ereignisse des zweiten Weltkrieges und der anschließenden Deportation bis hin zum Neuanfang im Oberbergischen spiegeln beispielhaft die oftmals schicksalhaften Lebenswege der Menschen seiner Generation wieder. Das Anliegen des Künstlers geht aber über seine persönlichen traumatischen Lebenserfahrungen hinaus: Die zentrale Fragestellung in seinem Werk kreist um das Thema der menschlichen Existenz. Nicht zuletzt deshalb hat das umfangreiche Werk Friedrich von Bömches‘ auch heute noch eine herausragende Präsenz für seinen Betrachter. Durch die aktuelle Flüchtlingssituation erlangt es regional und überregional eine hohe Aktualität.

Ein pdf des Faltblatts mit weiteren Informationen zur Ausstellung können Sie sich hier ansehen oder herunterladen.

 

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Friedrich Bömches, Die Namenlosen, Mischtechnik/Karton, 2000 (c) Oliver Kolken
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